Bundesligafinale 2018: Berlin gewinnt, Querum mit neuem Rekord


Die Mannschaft des BSC BB Berlin (Foto: DSB/Freddy Siebert – www.dsb.de)

Das Bundesligafinale der Saison 2017/2018 ist Geschichte. Am gestrigen Samstag endete das 21. Bundesligafinale, dass zum dritten mal in Folge in Wiesbaden ausgetragen wurde, mit einem Sieg für BSC BB Berlin. Berlin gewinnt den Meisterspiegel damit zum fünften mal, und zieht so mit dem Rekordmeister Welzheim gleich, die in der Geschichte ebenfalls 5 mal (1999, 2000, 2003, 2009, 2010) siegreich waren.

Dabei sah es zwischenzeitlich nicht danach aus: In der Vorrunde zeigten die Berliner eine solide Leistung, hatten aber gegen Blankenfelde und vor allem gegen Welzheim etwas pech, letzteres Spiel verloren sie mit 58, 58, 57 in drei Passen klar 5 zu 1. Durch den Gleichstand in Punkten zwischen Berlin und Welzheim wurde anschließen um den Einzug ins Halbfinale gestochen. Das Stechen gewann Welzheim – nur um wenige Minuten später zu erfahren, dass es überhaupt kein Stechen hätte geben dürfen. Die Regeln besagen, dass nur gestochen wird, wenn es eine Gleichheit in Punkten und Satzpunkten gibt. Das war aber nicht der Fall: Berlin lag mit 11 Satzpunkten 2 Satzpunkte vor Welzheim. (Siehe ausführliche Tabellen hier).

Von dem Schock des vermeintlichen Ausscheidens erholte sich Berlin offenbar schnell, im Halbfinale gegen Tacherting waren fabelhafte Ergebnisse zu bestauen, das Match endete entsprechend 6:0 für Berlin.

Das zweite Halbfinale war nicht weniger hochklassig: Nur fünf Neuner schossen die Blankenfelder in vier Sätzen, fast 59 Ringe im Durchschnitt, und sicherten sich so den Einzug ins Finale. Da war der SV Querum chancenlos, der gerade im Halbfinale die einzige Schwäche des Tages zeigte. Man kann treffend darüber spekulieren, ob das Finale anders ausgeganen wäre, hätte Querum es dorthin geschafft. Denn nicht nur war der SV Querum im Finale um Platz 3 „wieder da“, Querum reiht sich mit seiner Tagesleistung auf Platz 1 der ewigen Bestenliste der Bundesligafinals ein. 9,72 Ringe pro Pfeil haben Florian Floto, Thomas Hasenfuß und Heiko Keib gemittelt über den ganzen Tag geschossen, 58,3 Ringe pro Passe. Kein Team hat je in der Geschichte des Bundesligafinales einen so hohen Tages-Durchschnitt abgeliefert. Ärgerlich für das Team um Petra Kastellan, dass es mit dieser Leistung diesmal „nur“ für Platz 3 gereicht hat.

Es gewinnt damit zum achten mal in Folge ein Team aus der Bundesliga Nord das Bundesligafinale, wie sich aus folgender Liste übersichtlich ergibt. Querum muss sich nicht ärgern, als Erstplatzierter aus der Nord-Liga nicht gewonnen zu haben, offenbar ist das gar nicht mehr so leicht. 6 Jahre ist es her, dass der erste aus einer Liga auch das Finale gewonnen hat. Interessanterweise war das im Finale 2012, der SV Querum:

Finale:Gewinner:Ø TagØ KO-RundenLiga# Saison
Bundesligafinale Saison 1997/1998SG BB Berlin9,569,61Nord2
Bundesligafinale Saison 1998/1999SGi Welzheim9,599,74Süd1
Bundesligafinale Saison 1999/2000SGi Welzheim9,479,5Süd1
Bundesligafinale Saison 2000/2001SG BB Berlin9,499,43Nord2
Bundesligafinale Saison 2001/2002FSG Tacherting9,569,67Süd4
Bundesligafinale Saison 2002/2003SGi Welzheim9,49,24Süd2
Bundesligafinale Saison 2003/2004FSG Tacherting9,479,59Süd1
Bundesligafinale Saison 2004/2005BS Feucht9,59,57Süd2
Bundesligafinale Saison 2005/2006BSC Laufdorf9,539,54Nord3
Bundesligafinale Saison 2006/2007SG BB Berlin9,699,67Nord1
Bundesligafinale Saison 2007/2008FSG Tacherting9,559,6Süd1
Bundesligafinale Saison 2008/2009SGi Welzheim9,659,63Süd1
Bundesligafinale Saison 2009/2010SGi Welzheim9,599,65Süd1
Bundesligafinale Saison 2010/2011Sherwood BSC Herne9,639,65Nord1
Bundesligafinale Saison 2011/2012SV Querum9,619,62Nord1
Bundesligafinale Saison 2012/2013SV Querum9,69,57Nord2
Bundesligafinale Saison 2013/2014Sherwood BSC Herne9,679,69Nord3
Bundesligafinale Saison 2014/2015SV Dauelsen9,69,6Nord2
Bundesligafinale Saison 2015/2016BSC BB-Berlin9,489,55Nord4
Bundesligafinale Saison 2016/2017SV Dauelsen9,699,73Nord4
Bundesligafinale Saison 2017/2018BSC BB-Berlin9,649,69Nord2

21.03.2018: In einer früheren Version des Artikel hieß es, es sei Berlins vierter Titel. Tatsächlich ist es schon die fünfte Deutsche Meisterschaft. Der Fehler war auf fehlerhafte Ergebnisse für das Finale 2000/2001 auf dieser Seite zurückzuführen, diese wurden mittlerweile korrigiert. Dankeschön an die Verantwortlichen aus Berlin, die den Fehler aufgedeckt haben.

Tilman ist Bogenschütze seit 1996. Er schießt seit 2006 in der Liga, im ersten Jahr für MASA BSC Mülheim in der Regionalliga West, danach für den Rheydter TV, zuletzt in der 1. Bundesliga Nord.

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